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Nachruf
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Ein Bollwerk
Oberst Kurt Schwartling, Ehrenmitglied der Vereinigung österreichischer Kriminalisten, ist tot. Der pensionierte Kriminalbeamte galt zeitlebens als Mann mit Rückgrat.
Oberst Kurt Schwartling hat zu jenen gehört, über die man mit Fug und Recht behaupten kann, er hatte Rückgrat – und das sind bei Gott nicht viele“, sagt Mag. Alfred Ellinger, Präsident der Vereinigung österreichischer Kriminalisten. Kurt Schwartling erlag am 17. Jänner 2010 in Wien einem Krebsleiden, gegen das er lange gekämpft hatte. Er war Mitglied der Kriminalisten der ersten Stunde und wurde zu deren Ehrenmitglied ernannt. Kurt Schwartling wurde am 26. Juni 1931 in Wien geboren. Er wuchs im 16. Bezirk auf, in „seinem“ Ottakring – im „Polizeiaquarium“ in der Possingergasse. Wie viele Kinder seiner Zeit verlor er den Vater früh. Nach der Hauptschule erlernte er das „Friseur-, Raseur- und Perückenmacherhandwerk“, übte diesen Beruf als Geselle jedoch nie aus. 1951 trat Schwartling in die Wiener Polizei ein. Er gehörte zu den Generationen, die während der zwei Jahre dauernden Polizeiausbildung kaserniert waren, die sich im Winter in unbeheizten Waschräumen vor vereisten Blechrinnen waschen mussten. Zum Lernen mussten sie laut lesend auf dem Gang auf- und abgehen. Kurt Schwartling wurde als „provisorischer Wachmann“ in das Wachzimmer Postgasse ausgemustert. In diesen Jahren holte Schwartling die Matura in Abendkursen nach. Er hoffte auf die Gelegenheit, mit der Reifeprüfung für den Offizierskurs im Bundesheer zugelassen zu werden. Das Bundesheer war nach Unterzeichnung des Staatsvertrags 1955 aus der „B-Gendarmerie“ entstanden. Schwartling absolvierte die „B-Matura“ mit lauter „Sehr gut“. Im Jahr 1961 kam er in den ersten „zentralen Einführungslehrgang für Kriminalbeamte“ und wurde einer Gruppe auf der Schmelz zugeteilt. Drei Jahre später kam er in den „Leitenden-Kurs“, den die Polizei bereits selber ausrichtete und nicht mehr auf das Bundesheer zugreifen musste. Nach Abschluss der Offiziersausbildung wurde er erneut der Schmelz zugeteilt, wurde danach dem Kriminalbeamteninspektorat zugeteilt, wo er zwei Jahrzehnte lang werdende Kriminalbeamte ausbildete. „Polizist sein“, pflegte Kurt Schwartling seinen Schülern zu sagen, „ist wie Autofahren. Berufsethik kann man nicht in Vorschriften kleiden.“ Er war Kriminalbeamter mit Haut und Haaren. 1988 ging er in Pension. Nebenbei war Kurt Schwartling Mitglied jener Kriminalbeamtenvereinigung und später ihr Präsident, aus der die Redaktion und 2003 die Vereinigung österreichischer Kriminalisten hervorging. In seinen Funktionen schirmte er die Redaktion stets vor Interventionsversuchen durch Vorgesetzte und Politiker ab. „Er war ein Bollwerk für uns“, sagt Chefredakteur Ferdinand Germadnik, der die Redaktion seit 1983 leitete. Zuletzt wohnte Kurt Schwartling in einem Pensionistenheim auf der Schmelz. „Mit ihm haben wir eine Stütze verloren, wie es sie selten auf dieser Erde gibt“, sagt Alfred Ellinger. „Man sollte öfter an Menschen wie ihn zurückdenken.“
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